Raus aus dem Lockdown: No Covid oder Stufenpläne?

Mitte Februar 2021, bald ein Jahr Coronavirus. Ein Jahr Ungewissheit, ein Jahr Beschränkungen zehren an den Nerven von Bevölkerung, Wirtschaft – und Regierung. Die Zahlen sinken momentan etwas, doch die Pandemie ist keineswegs beherrschbar geworden. Dennoch verkündete die Ministerpräsidentenkonferenz am 10. Februar, dass der Lockdown zwar noch bis in den März verlängert würde, es aber schon bald erste Lockerungen – für Friseure, aber auch für Schulen und Kitas – geben wird. Über weitere Lockerungen könnte man ab einer einer 7-Tage-Inzidenz von unter 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner nachdenken. – Eine Entscheidung, die niemanden so wirklich aufatmen lässt: Einigen ist es zu wenig, sie wünschen sich raschere Öffnungen. Andere schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, fürchten einen „ Corona-Jojo-Effekt“ – eine durch Öffnungen schon bald herannahende dritte Welle, gerade vor dem Hinblick der sich ausbreitenden Virusmutationen.
Doch wie kommen wir langfristig raus aus dem Lockdown? Sind Stufenpläne zur schrittweisen Öffnung der Geschäfte und des öffentlichen Lebens sinnvoll? Beziehen sie alle zu bedenkenden Faktoren mit ein? Oder ist doch eine konsequente„No Covid“-Strategie, wie sie inzwischen auch von Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen empfohlen wird, der gesundheitlich und wirtschaftlich nachhaltigere Weg raus aus dem Dauer-Lockdown? Darüber diskutieren in dieser Episode von „Berlin Bubble“ Alice Greschkow, Stefan Mauer und Matthias Bannas.

Mit einem Maßnahmenpaket wollen 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diverser Fachrichtungen das Coronavirus in Deutschland unter Kontrolle bringen. Am Mittwoch veröffentlichte die Gruppe, zu der die Virologin Melanie Brinkmann, der Soziologe Heinz Bude und der Ökonom Clemens Fuest zählen, ein Papier mit Handlungsoptionen, mit denen es gelingen soll, die Pandemie nicht nur einzudämmen, sondern die tägliche Zahl der Neuinfektionen auch so niedrig zu halten, dass Lockerungen der Gegenmaßnahmen mit geringem Risiko für neue Ausbrüche möglich sind und die Schäden für die Gesellschaft minimiert werden. In ihrem Papier heißt es: „Der Ansatz der No-Covid-Strategie ist, im Sinne einer Schadensbegrenzung mit möglichst geringen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und demokratischen Verlusten und Folgeschäden durch die globale Pandemie zu kommen.“
SZ

Merkel warnt vor dritter Corona-Welle
Die Kanzlerin verteidigt im Bundestag die neuen Corona-Beschlüsse und bezeichnet die Virusmutationen als »sehr reale Gefahr«. Zugleich räumt sie ein, dass die Politik im Herbst zu zögerlich gehandelt hat.
SPIEGEL

Laut Robert Koch Institut lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen am Freitag, 12. Februar 2021, bei 9.860, die Sieben-Tage-Inzidenz bei 62. Auch die Zahl der täglichen Coronatoten sinkt: Sie lag am 12. Februar bei 556 (zum Vergleich: Ein Airbus A380-800 verfügt über 520 Sitzplätze).
Quelle: RKI, 12. Februar 2021, 8:10 Uhr

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In der “Berliner Blase” wird Politik gemacht. Hier streiten sich Politiker, Lobbyisten, Beamte und Gewerkschafter um jede noch so kleine Gesetzesänderung. Das ganze wird von den Medien verfolgt und kontrolliert. Sie setzen die Themen und spitzen zu. Dabei wird stets nach dem Kompromiss gesucht. Es geht nicht um die lauteste Stimme sondern um das, was politisch realistisch und durchsetzbar ist.

Matthias Bannas

Lobbyist und Politik-Experte

Egon Huschitt

Journalist und Medien-unternehmer

Stefan Mauer

Hauptstadt- korrespondent Xing News

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Wirecard-Untersuchungsausschuss: Die „Promi-Woche“

Der Wirecardskandal ist der größte Bilanzbetrug eines Dax-Konzernes in der europäischen Geschichte. Im vergangenen Sommer zerbrach die schillernde Fassade des einstige deutsche Vorzeigeunternehmens Stück für Stück. Immer wieder kommen neue, absurde Details des sich über Jahre erstreckenden Betrugs ans Licht und zeigt: Hier haben alle Regularien versagt. Seit Herbst widmet sich ein Untersuchungsausschuss im Bundestag der Aufarbeitung des Falles: Wer wusste wann wovon, welche Mechanismen gab es, haben versagt und: Welche Schlüsse muss die Bundesregierung daraus für die Zukunft ziehen? In der kommenden Woche ist „Promi-Woche“ im Untersuchungsausschuss: Kanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Justizministerin Christine Lambrecht sind als Zeug:innen geladen. Gemeinsam mit dem Untersuchungsausschuss-Mitglied Dr. Florian Toncar (FDP) besprechen Matthias Bannas und Stefan Mauer den einzigartigen Fall. Auch Cansel Kizeltepe, die stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und zudem ebenfalls Mitglied im Untersuchungs-Ausschuss, hat eine kurze Einordnung des Betrugsskandals beigesteuert. https://cdn.podigee.com/media/podcast_16887_berlin_bubble_episode_427510_wirecard_untersuchungsausschuss.mp3Podcast (berlinbubble): Play in new window | DownloadSubscribe: RSS

Fit für die Zukunft: Welche Fähigkeiten brauchen Arbeitskräfte?

Bedingt durch die Pandemie hat sich die Arbeitswelt stark gewandelt. Flächendeckendes Homeoffice, digitale Lösungen und weniger direkter Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, aber auch zwischen Abteilungen. Wie wird das alles die Zukunft der Arbeit bedingen? Wie wirken sich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz auf die Arbeitswelt aus? Wie wichtig werden digitale Skills für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Zukunft und: Wie bekommt man Beschäftigte gut für digitale Technologien und die Zusammenarbeit mit KI ausgebildet? Über all dies diskutiert in dieser Folge die New Work-Expertin Alice Greschkow mit Egon Huschitt und Matthias Bannas. https://cdn.podigee.com/media/podcast_16887_berlin_bubble_episode_422489_fit_fur_die_zukunft.mp3Podcast (berlinbubble): Play in new window | DownloadSubscribe: RSS

Masken-Deals – Endgültiger Vertrauensverlust für die Union?

Die Liste der sogenannten „Masken-Deals“ innerhalb der CDU/CSU wird immer länger. Welche Auswirkungen wird dies auf die kommende Bundestagswahl haben? Hat die Union nun endgültig das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler verspielt oder wird sich bis zum Herbst niemand mehr für die sich mehrenden möglichen Vorteilsnahmen innerhalb der Union interessieren. Wie kann sichergestellt werden, dass Abgeordnete sich nicht auf Kosten der Bevölkerung bereichern? Darüber sprechen in dieser Woche Alice Greschkow, Egon Huschitt und Stefan Mauer. https://cdn.podigee.com/media/podcast_16887_berlin_bubble_episode_416964_masken_deals.mp3Podcast (berlinbubble): Play in new window | DownloadSubscribe: RSS

Corona-Warn-App: Per Smartphone raus aus dem Lockdown?

Schon seit ihrer Einführung steht die Corona-Warn-App der Bundesregierung in der Kritik. Der strenge Datenschutz bewirkt, dass die App viele Features, die privatwirtschaftlich auf den Markt gebrachte Apps anbieten können, derzeit noch nicht hat. Der Spagat zwischen Sicherheit und tatsächlichem Nutzen der App scheint nicht geglückt. Ganz anders sieht das bei der Kontaktnachverfolgungs-App „Luca“, die der Sänger Smudo ügemeinsam mit dem Berliner Startup Nexenio herausgebracht hat, aus. Viele Gastronomen und Einzelhändler nutzen die App schon, rund 60 von 375 deutschen Gesundheitsämtern sind bereits daran angeschlossen. Doch ist das Ausweichen auf privatwirtschaftliche Apps der richtige Weg? Sollte „Luca“ nicht besser einfach in die App der Bundesregierung integriert werden und wieso verfügt diese überhaupt noch nicht über eine funktionierende Kontaktnachverfolgung, die verschlüsselt mit Unternehmen wie Gesundheitsämtern interagieren kann? Über diese und viele weitere Fragen diskutieren in dieser Woche Alice Greschkow, Matthias Bannas und Stefan Mauer mit Malte Fritsche, seines Zeichens Referent Startups beim IT-Branchenverband Bitkom e.V. https://cdn.podigee.com/media/podcast_16887_berlin_bubble_episode_410849_corona_warn_app_vs_luca.mp3Podcast (berlinbubble): Play in new window | DownloadSubscribe: RSS