Die Corona-App – Datenschutz, Effizienz und Akzeptanz in der Bevölkerung

Entgegen vorheriger Pläne hat sich die Bundesregierung nun doch für den dezentralen Ansatz bei der Entwicklung der Corona-Tracing-App entschieden. Die Anwendung wird von der Telekom und SAP entwickelt wird und basiert auf der Bluetooth-Technologie. Sie soll die Benachrichtigung von Personen ermöglichen, wenn diese in der Nähe von Menschen waren, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Daten, die dafür erhoben werden, sollen im Gegensatz zum zentralen Ansatz nur auf den Endgeräten selbst gespeichert werden. Doch ist damit der Datenschutz gesichert? Welchen Anteil wird die Anwendung an der Überwindung der Epidemie haben und wie kann sichergestellt werden, dass trotz freiwilliger Nutzung genügend Menschen die App herunterladen?
Über diese Fragen reden wir in der heutigen Folge Berlin Bubble. Dazu gibt es ein Statement von Ann Cathrin Riedel, Digitalberaterin und Vorsitzende von LOAD e.V.

Die Bundesregierung hat sich entgegen vorheriger Pläne nun doch für einen dezentralen Ansatz bei der Entwicklung einer Corona Tracing-App entschieden. Datenschützer und verschiedene Organisationen begrüßen die Entscheidung.Dies bedeutet, dass die Nutzerdaten nur noch auf den jeweiligen Geräten gespeichert werden, statt zentral. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte ursprünglich den zentralen Ansatz bevorzugt, da er glaubte, so die Epidemie besser verfolgen zu können. Die berichtet die Zeit.

Die App soll laut t3n.de von der Deutschen Telekom und SAP entwickelt werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Zentrum CISPA sollen die Unternehmen dabei beraten.

Trotz des neuen Kurses der Bundesregierung gibt es weiterhin Kritik an der Anwendung. So bevorzugt beispielsweise der Datenschutzexperte Ulf Buermeyer im Interview mit Deutschlandfunk einen zentralen Ansatz. Die Gefahr, die unter anderem vom Chaos Computer Club gesehen wurde, bestehe zwar prinzipiell, da Profile hätten gebildet werden können. Besonders kritisiert er, dass die Unternehmen Apple und Google nun den politischen Kurs der Bundesregierung vorgeben würden.

Schätzungen gehen laut Zeit davon aus, dass mindestens 60 Prozent aller Deutschen die App nutzen müssen, damit Corona-Infektionsketten wirksam nachvollzogen werden können.

Ann Cathrin Riedel ist Vorsitzende von LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik

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